Bürgerinitiative Gegenwind Husarenhof
Keine Windkraftanlage zwischen Ingersheim und Husarenhof

Verteilung von Info-Blättern der Bürgerinitiative „Gegenwind Husarenhof“ (Briefkasten-Einwurf) - einige grundsätzliche Bemerkungen

 

(wm/020510) - Mitglieder der Bürgerinitiative haben bisher und werden künftig in regelmäßigen zeitlichen Abständen und bis zur endgültigen Entscheidung der Genehmigungsbehörde (Landratsamt Ludwigsburg) flächendeckend Info-Blätter in Ingersheim und Besigheim sowie in den umliegenden Gemeinden verteilen, deren Bürger mehrheitlich durch Bau und Inbetriebnahme einer 180 m hohen Windkraftanlage vom Typ „Enercon E-82“ an der Gemarkungsgrenze Besigheim / Ingersheim eine dauerhafte und spürbare Minderung ihrer Lebensqualität befürchten.

Diese Verteilaktionen dienen der Information und Aufklärung der betroffenen Bevölkerung, die nach unserer Meinung bisher bzw. bis ca. Dezember 2009 / Januar 2010 nicht bzw. nicht objektiv  -  und zwar weder von den Befürwortern bzw. den Initiatoren / Kapitalanlegern noch vom Ingersheimer Bürgermeister, der den Bau der 180 m hohen Anlage an diesem Standort befürwortet  -  über die im Raum stehenden und mit großer Wahrscheinlichkeit eintretenden negativen Folgen informiert wurde. 

Bis zum Beginn unserer Aktionen Ende Januar / Anfang Februar 2010 war vor allem die Ingersheimer Bevölkerung  -  aber auch ein Großteil der Besigheimer Bürger  -  weitgehend uninformiert über die Pläne und den Bau der Anlage: Die meisten Ingersheimer Bürger hatten nach unseren Wahrnehmungen überhaupt keine Kenntnis über den geplanten Bau der WKA und diejenigen, die eine vage Ahnung hatten, waren in völliger Unkenntnis über die geplante Dimension der Anlage (180 m Höhe). Die wenigen Bürger, die wenigstens andeutungsweise Kenntnisse hatten, gingen mehrheitlich noch Anfang Januar 2010 bei den von uns geführten Gesprächen von einer Höhe von lediglich 20 m - 30 m aus. 

Vor allem aber: Kein einziger der von uns angesprochenen Ingersheimer Bürger hatte auch nur annähernde Kenntnisse oder Informationen über die mit dem Bau mit großer Wahrscheinlichkeit eintretenden negativen Konsequenzen wie

  • Gesundheitsrisiken (Infraschall, Schattenschlag u.a.)

  • Wertverluste von Grundstücken und Gebäuden in Ingersheim und Besigheim

  • drohende Vernichtung von Existenzen (Husarenhof / Lerchenhof)

  • Minderung des Erholungswerts durch irreparable Landschaftsverschandelung und Verlust der Landschaftsästhetik

  • weitere Einengung des Rückzugsgebiets von Tieren (Vogelwelt) u.a.  

Diese Punkte wurden von den WKA-Initiatoren / Kapitalanlegern und der Ingersheimer Gemeindeverwaltung gegenüber den Bürgern völlig „unter den Teppich gekehrt“; kein Wunder, denn der Ingersheimer Bürgermeister hat in diesem Punkt schon seit Jahren seine Mittler- und Ausgleichsfunktion und seine Stellung als Sachwalter der gesamten Ingersheimer Bevölkerung verlassen und sich in die Reihe der Initiatoren / Befürworter gestellt; kritische Töne, die gegen den Bau einer 180 m hohen WKA an dieser exponierten Stelle sprachen, waren ab diesem Zeitpunkt eher unerwünscht… 

Die Erkenntnisse über dieses Informationsdefizit ergaben sich bei unseren ersten Kontakten mit Ingersheimer Bürgern und dies war Grund für den Beginn unserer Verteilung von Info-Blättern zur Aufklärung der betroffenen Bevölkerung. 

Lässt man vor diesem Hintergrund das bis Mitte / Ende Februar 2010 gegenüber der eigenen Bevölkerung gezeigte Informationsverhalten der Ingersheimer Gemeindeverwaltung Revue passieren, entsteht fast zwangsläufig der Eindruck, dass die Ingersheimer Bürgerschaft  -  vermutlich, um aufkommende Proteste kritischer Bürger möglichst lange zu unterdrücken bzw. hinaus zu schieben  durch ein nahezu „geräuschloses“ Planungs- und Genehmigungsverfahren zunächst einmal „ruhig gestellt“ und nach (aus Sicht der Initiatoren positivem) Abschluss des Genehmigungsverfahrens vor vollendete Tatsachen gestellt werden sollte. Dies lässt sich anhand der von den Befürwortern und der Ingersheimer Gemeindeverwaltung getroffenen Entscheidungen zur Abhaltung einer sogenannten „Informationsveranstaltung“ (Mitte März 2010 SKV-Halle) und aus der im Vorfeld bzw. im Nachgang hierzu erfolgten Berichterstattung in der Lokalpresse ableiten. 

Vorrangiges Ziel einer freien Presse  -  auch der Lokalpresse  -  sollte u.a. eine kritische Berichterstattung über in der Bevölkerung kontrovers diskutierte Themen bzw. das Aufgreifen von Punkten sein, bei denen Informationsdefizite auf Seiten der Bevölkerung oder Teilen davon bestehen. Insofern hat auch die Lokalpresse eine Aufklärungs- und Informationsverpflichtung gegenüber dem Bürger und ihren Lesern und zwar auch dann, wenn diese Punkte konträr zur „herrschenden“ Meinung der Gemeindeverwaltung sind. 

Dieser Informationsverpflichtung muss die (Lokal)Presse unter Beachtung der Grundsätze der Objektivität / Neutralität / Unabhängigkeit / Sorgfalt der Berichterstattung nachkommen. Wird gegen diese Grundsätze verstoßen, besteht die Gefahr der einseitigen und unkritischen Berichterstattung („Hofberichterstattung“). 

Teile der Lokalpresse gaben unseres Erachtens bisher hinsichtlich ihrer Berichterstattung zu diesem Thema öfters ein unglückliches Bild ab. Sie steht unserer Meinung nach aus mancherlei  -  uns bekannten  -  Gründen eher auf der Seite der WKA-Befürworter bzw. auf Seiten der Ingersheimer Gemeindeverwaltung, entsprechend einseitig fällt die Berichterstattung aus. 

In der lokalen Presse wurde  -  in Verkennung der Brisanz des Themas  -  anfänglich kaum und später (viel zu spät) und dann eher zu Gunsten der WKA-Befürworter berichtet und kritische, von uns in unseren Info-Blättern und Beiträgen auf unserer Homepage zuvor aufgegriffene Punkte wurden zunächst totgeschwiegen. Gegner der WKA-Anlage bzw. Vertreter der Bürgerinitiative kamen nicht oder nur in verzerrter Darstellung zu Wort. 

Die von uns oben angeführten kritischen Punkte wurden in Teilen der Lokalpresse  -  wenn überhaupt  -  erst dann angesprochen, nachdem diese Punkte über die Verteilung von Info-Blättern durch Mitglieder der Bürgerinitiative, durch Leserbriefe kritischer Leser, durch kritische Wortmeldungen („contra WKA“) auf der sogenannten „Informationsveranstaltung“ (SKV-Halle) und durch Beiträge auf der BI-Homepage thematisiert wurden und zur nachhaltigen Diskussion (Unruhe) in weiten Teilen der Bevölkerung geführt hatten. 

Merke: Schon Goethe lässt in seinem Faust sinngemäß sagen, dass jedes Ding zwei Seiten habe… 

„Gegenwind Husarenhof“ nimmt für sich in Anspruch, weite Teile der bis dahin überhaupt nicht oder nur lückenhaft bzw. nur einseitig informierten Ingersheimer Bürgerschaft mit ihren Aktionen vor allem auch über Nachteile eines WKA-Baus an diesem Standort aufgeklärt zu haben mit dem Ziel, dass jeder Bürger auch durch Kenntnis drohender und bisher (bewusst) verschwiegener Nachteile („Kehrseite der Medaille“) zur selbständigen Entscheidungsfindung durch freie Willensbildung in der Lage sein sollte. 

Auch die Kenntnis der Umstände der nachträglichen Aufnahme des Gebiets als Wind-Vorranggebiet in den Regionalplan des Verbands Region Stuttgart (VRS) hat bei kritischen Bürgern auf Ingersheimer und Besigheimer Seite für einen faden Beigeschmack gesorgt, denn die erst nachträgliche Aufnahme des Standorts als Vorranggebiet in den Regionalplan des Verbands der Region Stuttgart (VRS) kam nach Meinung vieler nur durch ein rechtlich eher bedenkliches Verfahren zustande, da der VRS in seinem ursprünglichen und objektiven zur „Windhöffigkeit“ durchgeführten Prüfverfahren zuvor eindeutig zum Ergebnis kam, dass sich das Gebiet aufgrund mangelhaften Windaufkommens nicht als Standort einer WKA eigne.

Erst durch nachträglich erfolgte Einflussnahme auf den VRS und die daran anschließende „aktive“ Bewerbung des Ingersheimer Bürgermeisters beim VRS  -  gestützt durch einige Ingersheimer Gemeinderäte  -  wurde die erste eigene und ablehnende Entscheidung vom VRS selbst „kassiert“, danach wurde der Standort (doch noch und unter fragwürdigen Umständen) als WKA-Vorranggebiet ausgewiesen (vgl. hierzu die Berichterstattung der Lokalpresse aus Vorjahren). 

In den Info-Blättern der Bürgerinitiative und in den Beiträgen auf der BI-Homepage wird aus der Sicht der negativ betroffenen Bürger zu einzelnen Themen Stellung bezogen, beispielsweise zu:

  • Gesundheitsrisiken

  • negative Auswirkung auf die Pflanzen- und Tierwelt

  • Wertminderung von Grundstücken und Gebäuden im Wirkungskreis der Windkraftanlage (Ingersheim, Besigheim)

  • Verlust wertvollen Ackerlands

  • Weitere Absenkung des ohnehin schon durch weiterhin fortschreitende Landschaftsversiegelung eingeschränkten Erholungswerts

  • irreparable Landschaftsverschandelung u.a.  

Bitte informieren Sie sich auch weiterhin durch Blick in unsere Homepage über unsere Aktionen und empfehlen Sie bitte unsere laufend aktualisierte Homepage auch in Ihrem Umfeld weiter. 

Von unserer Homepage aus bestehen interessante Verlinkungsmöglichkeiten zu vielen mittlerweile flächendeckend in Deutschland tätigen Bürgerinitiativen, deren Anzahl in den letzten Monaten sprunghaft angestiegen ist und weiter  -  vor allem im windarmen Binnenland in den südlichen Bundesländern  -  ansteigen wird. 

Zu unserer Unterstützung:     Neu-Mitglieder sind herzlich willkommen und falls Sie sich in unsere Unterschriftslisten zur Verhinderung der Windkraftanlage an diesem Standort eintragen wollen: vgl. Rubrik „Mitglieder und Unterschriften“ bzw. nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

 

Dipl.-Kfm. Walter Müller (Pressewart „Gegenwind Husarenhof“)


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